Auf dem Dach der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule entsteht ein digitales 7-Meter-Planetarium für mehr als 40 Personen — Reutlingens neues Zentrum für MINT-Bildung, astronomische Begeisterung und gesellschaftliche Verantwortung.
Die Sternwarte Reutlingen ist in Baden-Württemberg einzigartig: Sie verbindet Planetarium und Observatorium an einem Ort und vermittelt astronomisches Wissen unmittelbar an drei Stationen — im Planetarium, im Karl-Heinz-Danzer-Studio und am Teleskop. Diese Kombination macht jede Führung zu einem dichten, plastischen Lernerlebnis.
„Nach dem Besuch der Sternwarte sind die Kinder wie angezündet für Physik, Mathe und Chemie." — Stimme eines Physiklehrers
Wer einmal Saturn oder einen Gasnebel mit eigenen Augen gesehen hat, denkt anders über die Welt. Aus diesem Erlebnisraum sind in den vergangenen Jahrzehnten ganze Gruppen von Ingenieurinnen und Ingenieuren hervorgegangen, die heute bei renommierten Firmen in Reutlingen und Umgebung arbeiten.
Mit dem neuen Planetarium entsteht auf dem Dach der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule ein Ort, an dem Schulklassen, Familien und die Reutlinger Bevölkerung gleichermaßen Zugang zu zeitgemäßer astronomischer Bildung finden.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie sehr sich Kinder und Jugendliche für Astronomie und Raumfahrt interessieren. Daher kann ich die Modernisierung der Reutlinger Sternwarte nur befürworten.
Planetarien müssen ständig inhaltlich und technologisch, aber auch räumlich aktualisiert werden, weil immer neue und mehr Erkenntnisse vorliegen.
Für Reutlingen mit seinen vielen Schulen wäre ein neues Planetarium ein außerordentlicher Gewinn. Daher begrüße ich dieses Vorhaben ausdrücklich."
Der bestehende Raum 4.14 der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule wird um ein Geschoss aufgestockt. Die neue Kubatur (8,26 × 8,26 m) nimmt die 7-Meter-Kuppel frei hängend auf — direkt neben der bestehenden Sternwarten-Kuppel.
Konstruktiv geplant ist eine Stahlbau-Aufstockung mit Holzfassade, Deckenerhöhung auf 6,5 m und integrierte Klimatisierung für bis zu 40 Personen. Die bestehende Sternwarte und der Karl-Heinz-Danzer-Lehrsaal bleiben weiter im Betrieb.
Der bestehende Planetariumsraum fasst nur 16 bis 18 Personen — schon für eine einzelne Schulklasse zu klein. Im Sommer 2027 wird Raum 4.14 der Steinbeis-Schule aufgestockt. Dort entsteht ein digitales Planetarium auf dem aktuellen Stand der Technik.
Quadratische Grundfläche 7,3 × 7,8 m, Deckenerhöhung auf 6,5 m. Kapazität: über 40 Personen — genug für ganze Schulklassen ohne Aufteilung.
Digitale Fulldome-Projektion in UHD-Auflösung. Statt eines analogen Großprojektors übernimmt ein zentraler Videoprojektor alle Funktionen — inkl. Filme, Bilder und Rundumkino.
40–50 Einzelsitze beziehungsweise 20–25 Doppelsitze — bequem, kippbar und für lange Führungen ausgelegt. Erstmals echtes Planetariums-Feeling.
Software Space Crafter auf Basis des in Astronomiekreisen verbreiteten Stellarium. Das System läuft seit September 2024 produktiv im bestehenden Planetarium — alle Mitarbeitenden sind eingearbeitet.
Reutlingen ist auf qualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure angewiesen. Astronomische Bildungsarbeit hat junge Menschen schon in der Vergangenheit für MINT-Berufe gewonnen — das neue Planetarium macht das skalierbar.
Die Beschäftigung mit Astronomie macht die Verletzlichkeit der Erde unmittelbar erfahrbar. Das Planetarium wird auch ein Ort der Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und planetarer Verantwortung.
Das aktuelle Planetarium stammt aus den 1960er Jahren — räumlich beengt und technisch überholt. Die digitale Umstellung des bestehenden Projektors im September 2024 war der erste Schritt. Der Umbau von Raum 4.14 löst nun die räumliche Engstelle, die seit Jahren der wachsenden Nachfrage entgegensteht.
Dank starker Partner — darunter die Carl-Zeiss-Stiftung — liegen bereits Förderzusagen über 535.000 Euro vor; zuletzt die zweite Zusage der Karl-Danzer-Stiftung. Für den Baubeginn im Sommer 2027 fehlen rund 185.000 Euro. Ihr Engagement könnte der Schlussstein sein, der das Projekt zur Realität macht.
Brutto-Baukosten nach DIN 276, Kostenschätzung Architekturbüro Hartmaier + Partner, Stand 01.08.2025. Zuzüglich Baupreissteigerung bis Baubeginn.
Die Kostenschätzung umfasst Aufstockung, Stahlbau, Holzfassade, Dach, Klimatisierung und Baunebenkosten. Nicht enthalten sind die Ausstattungskomponenten Projektionskuppel, Neigesessel und Projektionssystem — diese werden separat finanziert.
Stadt Reutlingen und Landratsamt Reutlingen haben das Vorhaben für genehmigungsfähig erklärt (Auskunft Architekt Jochen Schmid, 4. Mai 2026).
Für die letzten 185.000 Euro suchen wir Partner, die mit uns die naturwissenschaftliche Bildung in der Region nachhaltig stärken wollen. Wir freuen uns auf Ihr Gespräch.