TAKT — Tätigkeitsnahe Aneignung digitaler Kompetenzen | vhs Reutlingen
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Ein Vorhaben der vhs Reutlingen GmbH

Wer die Arbeit kennt, kann sie erklären.

TAKT — Tätigkeitsnahe Aneignung digitaler Kompetenzen durch die Erstellung eigener Lernmodule.

Beschäftigte in einfachen Tätigkeiten machen aus ihrer eigenen Arbeit digitale Lernmodule — von der Anleitung in einfacher Sprache bis zur interaktiven App, in der man den Handgriff gefahrlos ausprobiert. Das Herstellen ist der Lernvorgang.

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Vorhaben in Vorbereitung — Projektskizze zur Förderrichtlinie DiKAp des Bundes. Geplanter Beginn: Juli 2027, Laufzeit 36 Monate.

Ausgangslage

Die Lücke liegt nicht beim Zugang. Sie liegt bei der Einordnung.

29 %

der Menschen mit niedriger formaler Bildung verfügen über alle fünf digitalen Basiskompetenzen. Bei hoher Bildung sind es 64 %.

Initiative D21, 2025

82 %

von ihnen würden Ergebnisse aus KI-Anwendungen auch dann verwenden, wenn sie deren Fehler bemerken. Bei hoher Bildung 54 %.

Initiative D21, 2025

62 %

der gering literalisierten Erwachsenen in Deutschland sind erwerbstätig und üben überwiegend einfache Tätigkeiten aus.

LEO 2018

15 %

der Beschäftigten in der EU haben je eine Schulung zu KI erhalten, während 30 % mit KI-Systemen arbeiten.

DigComp 3.0, JRC 2025

Der Bedarf liegt nicht beim Zugang und nicht bei der Bereitschaft, sondern bei der Fähigkeit, maschinell erzeugte Ergebnisse fachlich einzuordnen. Und: Wer nicht am Schreibtisch arbeitet, erwirbt digitale Kompetenz seltener nebenbei.

Die Idee

Wer erklärt, lernt. TAKT macht daraus ein Verfahren.

Das Wissen ist schon da.

Einweisung an einfachen Arbeitsplätzen läuft mündlich über Kolleginnen und Kollegen. Wer geht, nimmt sein Wissen mit.

Erklären ist Lernen.

Wer weiß, dass er etwas später jemandem erklären muss, lernt es anders. Der Effekt ist am stärksten bei denen, die als lernschwach gelten.

KI prüfen statt KI glauben.

Das System baut den Entwurf — als Anleitung, Übung oder App. Die Beschäftigte entscheidet, was stimmt, was fehlt und was weggelassen wird.

Beschreiben genügt.

Wer sagen kann, worauf es ankommt, kann daraus eine App bauen lassen. Programmieren muss dafür niemand — prüfen und entscheiden schon.

Wie es im Betrieb läuft

Fünf Schritte — ohne Kursraum, ohne Systemwechsel.

  1. 1

    Rahmen klären.

    Abstimmung mit Leitung, Betriebsrat und Datenschutz zu KI-Nutzung, Zeitfenstern und Freiwilligkeit. Ergebnis ist eine schriftliche Nutzungsregelung.

    Aufwand: ein bis zwei Termine.

  2. 2

    Eine Schicht begleiten.

    Die Beschäftigte führt und erklärt ihre Arbeit, das Projektteam fragt nach. Leitfrage: Was müsste jemand wissen, der neu an diesen Platz kommt?

    Aufwand: eine Schicht, zwei bis drei Personen.

  3. 3

    Erstes Modul entsteht.

    Die Beschäftigte beschreibt ihre Aufgabe per Spracheingabe am Arbeitsplatz und ergänzt Aufnahmen. Das System baut daraus einen Entwurf — je nach Aufgabe eine bebilderte Anleitung, eine Übung mit Prüffragen oder eine interaktive Darstellung des Arbeitsmittels. Die Beschäftigte entscheidet über Form, Reihenfolge und Weglassungen.

    Aufwand: rund eine Stunde in bezahlter Arbeitszeit.

  4. 4

    Prüfrunde im Betrieb.

    Jeder Entwurf wird vor dem Einsatz gemeinsam geprüft: Stimmt es fachlich, fehlt ein Schritt, versteht es jemand Neues? Interaktive Module werden dabei gemeinsam durchgespielt. Geprüft wird die maschinelle Ausgabe, nicht die Person.

    Aufwand: eine gemeinsame Prüfung je Entwurf.

  5. 5

    Rolle bleibt im Betrieb.

    Wer mehrere Module erstellt hat, begleitet die nächsten. Das Verfahren läuft nach Projektende ohne uns weiter.

    Aufwand: Teil der laufenden Arbeit.

Die Module laufen im Browser auf den im Betrieb vorhandenen Geräten — ohne Installation und ohne Anmeldung, in wenigen Minuten durchlaufen. Sie sind in einfacher Sprache gehalten, bieten Sprachausgabe als Alternative zum Lesen und bilden den realen Arbeitsplatz ab. Ein Abbruch ist jederzeit möglich, ohne dass ein Fortschrittsstand sichtbar würde.

Die Erstellungsumgebung

Ein Werkzeugkasten, kein Textgenerator.

Die vorgesehene Erstellungsumgebung ist ein mitlernendes System, das Beschreiben in Bauen übersetzt. Aus derselben Spracheingabe am Arbeitsplatz können drei Formen von Modulen entstehen — welche trägt, entscheidet die Aufgabe, nicht das Werkzeug.

Anleitungen, die man hören kann.

Gegliederte Schritt-für-Schritt-Module in einfacher Sprache, mit Bildern vom realen Arbeitsplatz und Sprachausgabe. Die Grundform für jede Aufgabe.

Apps, in denen man probiert statt liest.

Der Handscanner, die Dokumentationsmaske, die Störmeldung — als interaktive Darstellung im Browser nachgebaut (Fachbegriff: VisuApp). Neue Kolleginnen und Kollegen probieren den Ablauf gefahrlos aus, bevor sie am echten Gerät stehen. Viele Apps führen auf Wunsch selbst vor, worauf es ankommt — wie eine Einweisung durch eine erfahrene Kollegin, jederzeit unterbrechbar.

Übungen, die zuhören.

Mitlernende Module (Fachbegriff: CogniApp), die Fragen stellen, Antworten aufnehmen, Rückmeldung geben und sich dem Kenntnisstand anpassen. Wiederkehrend im Arbeitsalltag statt einmal durchlaufen — so bleibt das Gelernte.

Beschreiben genügt.

Die Beschäftigten didaktisieren ihre eigenen Arbeitsprozesse — das System setzt um, sie prüfen und steuern nach. Genau darin liegt der Kompetenzerwerb.

Als Erstellungsumgebung ist heyprof vorgesehen — eine KI-gestützte Lernplattform, entwickelt von zwei Professoren der Hochschule Reutlingen, entstanden aus über acht Jahren eigener Lehre.. Mehr: heyprof.app/ueber-uns

heyprof

KI-gestützte Lernplattform

Prof. Dr. Dirk Schieborn · Prof. Dr. Volker Reichenberger

Hochschule Reutlingen · Studio Quant GmbH i. G., Leonberg

heyprof.app

Was dabei gelernt wird

Der Nachweis lautet auf die Person.

Die Kompetenzfeststellung erfolgt vor und nach der Beteiligung, entlang von fünf Bereichen nach DigComp 3.0. Über die Weitergabe des Nachweises entscheidet die Beschäftigte selbst.

Digitale Inhalte gestalten und erzeugen

Anleitungen, Übungen und interaktive Apps erstellen — durch Beschreiben und Entscheiden, nicht durch Programmieren.

Umgang mit KI-Anwendungen

Ein mitlernendes System gezielt anweisen, dessen Ergebnisse fachlich prüfen und nachsteuern, statt sie zu übernehmen.

Sicherheit und Datenschutz

Entscheiden, welche Angaben aufgenommen und verarbeitet werden dürfen.

Informations- und Bewertungskompetenz

Maschinelle Ausgaben fachlich prüfen, korrigieren oder verwerfen.

Kommunikation und Zusammenarbeit

Module in der Prüfrunde vertreten und Rückmeldungen einarbeiten.

Was Sie davon haben

Konkreter Nutzen, nach Perspektive sortiert.

Betriebe

  • Prozesswissen wird gesichert, bevor es mit Personen den Betrieb verlässt.
  • Einarbeitung wird kürzer und gleichmäßiger.
  • Beschäftigte werden qualifiziert, ohne aus dem Schichtbetrieb genommen zu werden.
  • Digitalisierung beginnt an der Aufgabe, nicht mit einem Systemwechsel.
  • Einarbeitung am nachgebauten Arbeitsmittel: Neue üben im Browser, bevor sie am echten Gerät stehen — ohne Stillstand, ohne Risiko, ohne dass jemand danebenstehen muss.

Beschäftigte

  • Die eigene Erfahrung wird sichtbar und anerkannt.
  • Digitale Kompetenz entsteht bei der Arbeit statt im Kursraum.
  • KI wird beurteilbar statt geglaubt.
  • Am Ende steht ein Nachweis, der auf die eigene Person lautet.
  • Aus der eigenen Erfahrung entsteht eine eigene App — ohne Programmierkenntnisse, mit dem eigenen Namen als Urheberin oder Urheber.

Kammern und Wirtschafts­organisationen

  • Ein übertragbares Verfahren für KMU ohne eigene Weiterbildungsabteilung.
  • Beitrag zu Fachkräftesicherung und Wissenssicherung.
  • Ergebnisse stehen offen lizenziert zur Verfügung.

Arbeitsverwaltung und Weiterbildungs­system

  • Zugang zu einer Gruppe, die über klassische Kursformate kaum erreichbar ist.
  • Dokumentierte Kompetenzentwicklung.
  • Anschluss an die nach AZAV zugelassenen Maßnahmen der vhs Reutlingen und an bundeseinheitliche Standards für Teilqualifikationen.

Bildungs- und Transferpartner

  • Ein empirisch offenes Feld mit belastbarer theoretischer Grundlage.
  • Erprobung in drei Wellen, offene Materialien.
  • Skalierung über Volkshochschulstrukturen.

Mitmachen

Der Einstieg ist ein Gespräch, kein Vertrag.

Als Erprobungsfelder kommen unter anderem Lager und Logistik, Reinigung und Gebäudedienste sowie produzierende Tätigkeiten in Betracht.

Erprobungsbetrieb

Sie bringen ein

Zwei bis fünf Beschäftigte in einfachen Tätigkeiten, Arbeitszeit für die Erstellung, Zugang zum Arbeitsplatz.

Sie bekommen

Einsatzfertige Module für die eigene Einarbeitung, eine geprüfte KI-Nutzungsregelung und qualifizierte Beschäftigte.

Aufwand

Ein bis zwei Abstimmungstermine, eine begleitete Schicht, Erstellung in bezahlter Arbeitszeit.

Zugangs- und Multiplikationspartner

Sie bringen ein

Kontakt zu geeigneten Betrieben, Einordnung des Bedarfs, Verbreitung der Ergebnisse.

Sie bekommen

Ein übertragbares Verfahren für Mitgliedsbetriebe und offen lizenzierte Ergebnisse.

Aufwand

Einzelne Gespräche, keine laufende Mitarbeit.

Fachlicher Partner und Anschlusspartner

Sie bringen ein

Mitwirkung an Kompetenzfeststellung, Nachweisformen und dem Bezug zu Teilqualifikationen.

Sie bekommen

Ein empirisch offenes Feld, offene Materialien, dokumentierte Kompetenzentwicklung.

Aufwand

Punktuelle Mitwirkung nach eigener Kapazität.

Strategischer Unterstützer

Sie bringen ein

Eine Absichtserklärung für den Förderantrag, Zugang zu Netzwerken.

Sie bekommen

Sichtbarkeit in der Region und frühe Einbindung in die Ergebnisse.

Aufwand

Eine kurze Absichtserklärung, keine finanzielle oder rechtliche Verpflichtung.

Für die Skizzenphase genügt eine kurze Absichtserklärung. Der Aufwand für Betriebe beginnt erst mit dem Projektstart.

Platz für Partner und Unterstützer — Absichtserklärungen in Vorbereitung

Häufige Fragen

Die naheliegenden Einwände — direkt beantwortet.

Kontakt

30 Minuten. Telefonisch oder bei Ihnen im Betrieb.

Ein Gespräch klärt, ob TAKT zu Ihrem Betrieb oder Ihrer Organisation passt. Unverbindlich, ohne Unterlagenvorlauf.

Ophelia Stratmann

Medienpädagogin, Vorhabenkoordination

ostratmann@vhsrt.de

Telefon: 07121 336-249

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