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Wie packst Du die Mobilitätswende an?










                                                                  Vorwort
                                                                    Mobilität der Zukunft
                                   BAU                           Meine letzte Fahrt mit dem ICE von Berlin nach Stuttgart endete


                                                                 auf einem Nebengleis. Die Zugbegleiterin gestand: „Wir haben
              STELLEN                                            uns verfahren“. Wir befanden uns plötzlich auf einer Strecke,
                                                                 die für den ICE gar nicht zugelassen war und kamen nur noch mit
                                                                 Tempo 40 voran. Ich verpasste meine Anschlüsse und erreichte
                   Mobilität         DER                         mein Ziel mit drei Stunden Verspätung.
                                                                    Solche Geschichten sind inzwischen langweilig. Fast niemand
                                                                 hat Ähnliches noch nie erlebt. Unsere Eisenbahn war mal weltweit
                        DEMO                                     europäisches Schlusslicht. Auch der PKW ist keine wirklich ver ­
                                                                 berühmt für Verlässlichkeit und Pünktlichkeit, heute sind wir
                                                                 läss liche Alternative, denn die Zahl der Staus nimmt rasant zu.
                                                                 2002 summierten sich die jährlichen Staus noch auf 321 000 Kilo­
                                    KRA
                                                                 meter, 2018 waren es bereits über 1,5 Mio. Immer mehr Straßen
                                                                 und Brücken sind marode. Das Institut der Deutschen Wirtschaft er­

            Mitmachen! TIE                                       rechnete unlängst unsere Infrastrukturschulden durch Sanierungs­
                                                                 stau auf rund 450 Mrd. Diese Summe müsste dringend bis 2030 in­
                                                                 vestiert werden, um noch wesentlich höhere Kosten zu verhindern.
                                                                 Denn eine Brücke, die jetzt nicht saniert wird, muss morgen mögli­
                                                                 cherweise komplett neu gebaut werden. Und schließlich können
                                                                 wir nicht endlos Erdöl verfeuern. Wenn wir so weitermachen sind
          Unsere Demokratie ist gefährdet. Die im Grundgesetz verankerten    die fossilen Energieträger zwischen 2050 und 2060 ausgeschöpft.
          Institutionen büßen für viele Menschen zunehmend ihre Glaub­  Unsere Zivilisation gründet aber in erheblichem Maße auf Öl:
          würdigkeit ein. Veränderungsprozesse in einem ungewohnten    Medikamente, Lacke, Kunststoffe, Kleidung, Düngemittel, Baustoffe
          Ausmaß und mit ungeahnter Geschwindigkeit verschärfen den
          Druck auf das demokratische System. Es ist Eile geboten, die Kluft    usw. benötigen als Grundlage Erdöl. Diesen extrem wertvollen
          zwischen gefühlter Verschlechterung im Lande und tatsächlicher    Rohstoff in die Luft zu blasen, ist nicht nur klimapolitischer Irrsinn.
          Leistungsfähigkeit der Gesellschaft durch Fakten zu überbrücken.   Defacto zerstören wir die Lebensgrundlage unserer Kinder.
          Dort sehen wir uns als Volkshochschule Reutlingen in der Pflicht    Wie also verlässliche und nachhaltige Mobilität organisieren?
          und nehmen deshalb die Baustellen der Demokratie in den Fokus.    Wir diskutieren Mobilitätsfragen in Reutlingen, fragen nach Sinn
          Wir gehen die Themen an, machen Fachwissen für die Öffentlichkeit   oder Unsinn der Elektromobilität, stellen Apps für Bus und Bahn
          zugänglich, stellen innovative Diskussionsräume zur Verfügung und   vor und befragen schließlich den Landesverkehrsminister Winne
          kurbeln die demokratische Kompromissfindung sowie bürgerschaft­  Hermann nach Grenzen und Möglichkeiten der Landespolitik zur
          liche Partizipation vor Ort an.
                                                                 Verkehrswende. Wir kooperieren eng mit anderen Einrichtungen,
          Für das Herbstsemester 2024/25 widmen wir uns zunächst    Initiativen sowie Vereinen vor Ort, und werden mit dem Forum
          der Baustelle „Mobilität“. Wir stellen (uns) viele Fragen und
          suchen den Dialog.                                     „Reutlingen 2029 – Wie packst Du die Mobilitätswende an?“
                                                                 Ihre Zukunftsideen bündeln, um sie wirkungsvoll in das neue
          Zusammen mit der Stadt Reutlingen und dem BUND         Mobilitätskonzept Reutlingens einzubringen. Wir wollen der Ort
          laden wir Reutlinger Bürger*innen zum Forum ein:       sein, an dem wir kontrovers aber respektvoll unterschiedlichste
          „Reutlingen 2029 – Wie packst Du die Mobilitätswende an?”
          Die Vorschläge des Forums werden in das neue Mobilitäts­  Sichtweisen zu Wort kommen lassen. Machen Sie mit!
          konzept der Stadt aufgenommen und im Dezember dem         Auch bei uns ist Bewegung angesagt: Ab Oktober wird
          Gemeinderat vorgestellt.                               Philipp Marquardt die Leitung der vhsrt übernehmen. Ich freue
          Wir werden in den kommenden Semestern die wichtigsten    mich, bis Mai 2025 als Senior Advisor zur Verfügung zu stehen
          Baustellen unserer Demokratie bearbeiten. Themen, die uns    und diesen Übergang zu begleiten. Gemeinsam gestalten wir
          alle unmittelbar betreffen und uns umtreiben: Jetzt Mobilität,    die mobile Zukunft der vhs.
          dann Wohnen und Alterssicherung, schließlich Bildung und    Dr. Ulrich Bausch
          soziale Ungleichheit usw.
                                                                    Geschäftsführer







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