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StreitBar – Bildungspolitik und Bildungsforschung – Wir müssen reden!

G9: Gewinn für Bildung und Chancengerechtigkeit – oder Geschenk ans Bildungsbürgertum?

Ab dem Schuljahr 2025/26 wird das neunjährige Gymnasium in Baden-Württemberg wieder zur Regelform. Doch was bedeutet das wirklich? Ist die Rückkehr zu G9 ein Gewinn für Bildung und Chancengerechtigkeit – oder profitiert am Ende vor allem das Bildungsbürgertum? Diese Frage steht im Zentrum der nächsten StreitBar, die erneut direkt an der Bar des italienischen Restaurants „La Bruschetta“ in der vhsrt stattfindet.

Zwei Perspektiven, ein Thema: Was bringt G9 wirklich?

Bildungsforscher Prof. Dr. Ulrich Trautwein, Direktor des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen und einer der international renommiertesten Wissenschaftler seines Fachs, sieht in der Rückkehr zu G9 wenig pädagogische Begründung. Er fragt: Löst ein zusätzliches Schuljahr wirklich die Probleme des Bildungssystems – oder lenkt es von den eigentlichen Herausforderungen ab?

Ihm gegenüber steht Daniel Hager-Mann, Ministerialdirektor und Amtschef im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Er vertritt die Position der Landesregierung und betont die Vorteile der Reform für Schülerinnen und Schüler: mehr Zeit zum Lernen, neue Fächer wie Informatik und KI, ein verpflichtendes Mentoring und eine Stärkung der Grundlagenfächer.

Prof. Dr. Ulrich Trautwein

Prof. Dr. Ulrich Trautwein

Bildungsforscher, Direktor des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung, Universität Tübingen. Sieht in der Rückkehr zu G9 wenig pädagogische Begründung.

Daniel Hager-Mann

Daniel Hager-Mann

Ministerialdirektor im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Vertritt die Position der Landesregierung und betont die Vorteile von G9.

Die StreitBar: ein Ort des respektvollen Austauschs

Eine wehrhafte Demokratie braucht eine gesunde Streitkultur. So lassen sich Meinungen bilden, Positionen schärfen, gemeinsame Lösungen finden. Streiten heißt lernen. Die StreitBar ist kein Forum für politische Reden. Vielmehr ist es ein Ort, an dem auf Augenhöhe diskutiert wird. Direkt an der Bar des italienischen Restaurants in der vhsrt kommen die Gäste und Streitenden ins Gespräch – bei einem Glas Wein, in einer Atmosphäre, die Offenheit und Respekt fördert. Hier wird gestritten, zugehört, nachgefragt und um Lösungen gerungen.

„Die StreitBar soll ein Raum sein, in dem kontroverse Themen ohne Vorurteile und mit echter Neugier diskutiert werden. Wir glauben, dass nur durch Dialog echte Lösungen entstehen“, erklärt Irene Karki, Fachbereichsleiterin „Politik, Gesellschaft, Umwelt“ an der vhsrt.

Die zentrale Frage des Abends: Ist die milliardenschwere Rückkehr zu G9 die richtige Antwort auf die Herausforderungen des Bildungssystems – oder brauchen wir die Ressourcen dringender an anderer Stelle, etwa für Grundschulen, Lehrkräfteversorgung und die Stärkung nicht-gymnasialer Schulformen?

Ein Dialog, der nachhallt

Was die StreitBar so besonders macht, ist die Offenheit und Ungezwungenheit der Gespräche. Das Format ermöglicht es, auf eine unkomplizierte Weise ins Gespräch zu kommen – ohne die starren Strukturen einer traditionellen Debatte. Es geht nicht nur darum, Argumente auszutauschen, sondern auch darum, das Verständnis füreinander zu fördern.

S t r e i t Bar

Wann und Wo?

StreitBar – Bildungspolitik und Bildungsforschung: Wir müssen reden!
Mo., 27.04.2026, 19:30 Uhr
Haus der Volkshochschule, Bistro „La Bruschetta“
kostenfrei

Die StreitBar ist ein Ort für alle, die sich für eine offene, respektvolle Diskussion über die großen Fragen unserer Zeit interessieren. Hier können neue Perspektiven gewonnen, alte Meinungen hinterfragt und tiefgehende Einsichten in die Bildungspolitik gewonnen werden. Kommen Sie vorbei, hören Sie zu, stellen Sie Fragen und seien Sie Teil des Dialogs!