Atomwaffen als Schutzschirm?  Hybrid

Rückfragen zur aktuellen sicherheitspolitischen Debatte

Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, verstärkt nochmals durch die von Präsident Trump ausgehenden Zweifel an der Bündnistreue der USA, ist auch eine nukleare Zeitenwende festzustellen und hat die Debatte über einen „atomaren Schutzschirm“ für Deutschland und Europa eine neue Dynamik erhalten. Dabei wird - neben anderen Optionen - selbst über eine eigene atomare Bewaffnung Deutschlands (mal wieder) diskutiert. Der Vortrag wird diese Debatte aufgreifen und auf die Widersprüchlichkeiten einer atomaren Bewaffnung eingehen und diskutieren, ob Atomwaffen tatsächlich den versprochenen Schutz für Demokratien bieten können. Die öffentliche Debatte in den letzten zwei Jahren ist dabei von einer Regression und einem Vergessen des schon erreichten Wissensstand über Atomwaffen gekennzeichnet, was anhand der Positionsveränderungen von Parteien, in der Wissenschaft und der EKD verdeutlicht wird. Der Vortrag will jedoch nicht bei der Kritik stehen bleiben, sondern auch Alternativen benennen, die zum Schutz von Demokratien jenseits einer atomaren Abschreckung diskutiert werden.

Prof. Dr. Hartwig Hummel war von 2002 bis 2023 Universitätsprofessor für Europapolitik/ Internationale Beziehungen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Rüstungsexportpolitik Deutschlands und Japans, die parlamentarische Kontrolle von Sicherheitspolitik, insbesondere von Militär und Militäreinsätzen im europäischen Vergleich, die US-amerikanisch-japanischen Handelsbeziehungen sowie die Fragen einer gerechten Globalisierung. Hartwig Hummels akademische Stationen waren die Universitäten Tübingen (Promotion), Braunschweig (Habilitation), Duisburg, Tokyo, Prag, San Diego und Düsseldorf. Seine Schulausbildung hat er in Reutlingen genossen.
Von 1996 bis 2002 war er Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung und Mitherausgeber der Zeitschrift Friedens- und Konfliktforschung. Von 2000- 2004 gehörte er dem Vorstand des World Economy, Ecology and Development e.V. (WEED) an.

An aktuellen Publikationen sind zu nennen:
  • Contested nuclear sharing in Belgium: domestic political dynamic for the nuclear weapons ban, in: Journal for Peace and Nuclear Disarmament 7(2024)2, 468-493

  • Wider besseres Wissen. Der Diskurs über nukleare Abschreckung in Deutschland im Zeichen der Zeitenwende, in: Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (eingereicht).


  • Moderation: Dr. Ulrich Bausch
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