19. September 2022

Tabuthema Demenz

Die VHS Reutlingen zeigt eine umfangreiche Ausstellung zum Thema Demenz und bietet zahlreiche Veranstaltungen als Begleitprogramm an.

Im Zentrum des Themenschwerpunkts steht eine ungewöhnliche Ausstellung, die Kurator Andreas Pitz in Kooperation mit der Volkshochschule neu zusammengestellt hat: „Kunst trotz(t) Demenz“. Hier werden sowohl zahlreiche Kunstwerke von Erkrankten gezeigt, als auch Arbeiten von prominenten Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, darunter Felix Droese, der die Demenzerkrankung Walter Jens‘ thematisiert, oder Jörg Immendorf. Ein Grußwort zum Katalog der ersten Auflage steuerte u. a. Inge Jens bei. Eröffnet wird die Ausstellung am Welt-Alzheimertag am Mittwoch, 21. September, um 19 Uhr im Foyer im Haus der Volkshochschule mit Einführung und Ausstellungsrundgang mit dem Kurator.

Etwa 215.000 Menschen mit Demenz leben in Baden-Württemberg. Für sie und ihre Familien bedeutet diese Diagnose oft einen tiefen Einschnitt ihn ihr Leben. Diese Erkrankung ist derzeit nicht heilbar. Umso wichtiger ist es den betroffenen Menschen und ihren Familien verschiedenste Möglichkeiten der Lebensgestaltung mit Demenz aufzuzeigen.

Im Rahmen des Themenschwerpunkts der vhsrt referiert zum Beispiel am Do, 6. Oktober um 19 Uhr im Saal der vhsrt Dr. med. Martin Schmid-Noller, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie aus Tübingen über Ursachen, Ausprägungen und Therapien. Er informiert über individuelle Wege zur Demenz-Prävention und geht der Frage nach, was Einzelne tun können, um die Erkrankungswahrscheinlichkeit zu reduzieren. Darüber hinaus geht er auf Hilfsangebote für Betroffene und deren Angehörige ein.
Am 12. Oktober kann in Orschel-Hagen mit Hilfe eines Demenz-Simulators die veränderte Erlebniswelt von Erkrankten nachempfunden werden.
Der vielfach prämierte Film „Vergiss mein nicht“ von David Sieveking wird am Do, 24. November um 19 Uhr in der vhs gezeigt. Weitere Vorträge thematisieren therapeutische Möglichkeiten und rechtliche Fragen.

Andere Angebote wie Malen und Zeichnen mit Erkrankten ermöglichen Betroffenen positive Erfahrungen im Alltag. Dazu findet auch am Sonntag, 25. September, ab 14.30 Uhr ein Kaffeenachmittag für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in Kooperation mit der Anlaufstelle für Demenz und Lebensqualität ADELE statt.

Die Ausstellung und das Begleitprogramm werden von der Lechler Stiftung ermöglicht. Die Lechler Stiftung verfolgt seit Jahren den Förderschwerpunkt „Sorgekultur am Ende des Lebens“. Die Entwicklung einer Sorgekultur für Menschen, die auf Fürsorge und Schutz angewiesen sind, ist eine zentralen Aufgabe der Stiftung.