Auszeichnung · Digitale Bildung · Medienkompetenz
MediaMosaik ist nominiert
Preis für digitales Miteinander 2026 – die Volkshochschule Reutlingen steht bundesweit auf der Shortlist in der Kategorie „Digitale Bildung“.
Unter mehreren hundert Bewerbungen gehört MediaMosaik zu den vier nominierten Projekten in der Kategorie „Digitale Bildung“. Das an der Volkshochschule Reutlingen entwickelte Format macht familiäre Medienkompetenz erlebbar – und erhält damit bundesweite Sichtbarkeit.
Das ist ein starkes Signal nach außen – und ein verdienter Moment für das Team: MediaMosaik gehört zu den besten digitalen Bildungsprojekten Deutschlands. Vergeben wird der Preis von der Initiative „Digital für alle“ anlässlich des bundesweiten Digitaltags. Die Shortlist macht sichtbar, dass medienpädagogische Innovation aus Reutlingen bundesweit überzeugt.
Der Preis für digitales Miteinander wird seit 2020 jährlich anlässlich des bundesweiten Digitaltags vergeben und zählt zu den sichtbarsten Auszeichnungen für gemeinwohlorientierte digitale Projekte in Deutschland. Getragen wird die Initiative „Digital für alle“ von einem breiten Bündnis aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentlicher Hand.
Die Kategorie „Digitale Bildung“ wird 2026 erstmals vergeben und von der TÜV SÜD Stiftung gefördert. Ausgezeichnet werden Projekte, die die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken und einen Schwerpunkt auf KI-Kompetenzen legen. Aus dem Bewerbungsfeld wählte die Jury je Kategorie vier Projekte für die Shortlist aus – MediaMosaik ist eines davon. Mit der Auszeichnung verbunden sind bundesweite Sichtbarkeit und der Zugang zum DFA-Netzwerk.
Was MediaMosaik ausmacht
MediaMosaik verfolgt einen klaren Grundgedanken: Aus dem Streit über Bildschirmzeiten soll ein gemeinsames Aushandeln werden. Statt neuer Verbote setzt das Format am realen Familienalltag an und lädt Eltern und Kinder ein, Medien zusammen zu erleben, die Perspektive zu wechseln und eigene, tragfähige Regeln zu entwickeln.
Anlass ist eine gut belegte Lücke: Schon im Grundschulalter besitzt fast jedes zweite Kind ein eigenes Smartphone, während ein großer Teil der Eltern die Nutzungszeit nicht aktiv begleitet. Begleitung wirkt jedoch messbar – Studien zeigen, dass Kinder deutlich weniger Zeit mit digitalen Medien verbringen, wenn Eltern Regeln setzen und gemeinsam aushandeln (Datengrundlage u. a. KIM-Studie 2024, GesellschaftsReport BW 3/2025).
Vier interaktive Stationen bilden das Herzstück – strukturiert entlang der vier Dimensionen der Medienkompetenz nach Dieter Baacke:
Insta-Kitchen
Familien dekonstruieren die Logik digitaler Inszenierung – durch den direkten Vergleich von Original- und bearbeiteten Bildern.
Escape the Fake
Deepfakes entlarven und Quellen prüfen: das Training einer demokratischen Schlüsselkompetenz.
Prompt-Atelier
Ein sicherer Experimentierraum für den bewussten, kreativen Umgang mit generativer KI – vom Konsumieren zum Gestalten.
Level-Up Lounge
Perspektivwechsel durch Handeln: Kinder werden zu Coaches und reflektieren mit den Eltern ihre Nutzungsgewohnheiten.
Aus Konfrontation wird Kooperation. Dialog statt Verbot.
Ein Konzept, das andere übernehmen können
Die interaktive Reise mündet in einer Familienverfassung – einem selbst erarbeiteten Regelwerk, das Kompromissbildung und Ambiguitätstoleranz trainiert und so einen Beitrag zur demokratischen Resilienz der Familie leistet. Erprobt wurde MediaMosaik im März 2026 mit rund 40 Familien an der Volkshochschule Reutlingen.
Mindestens ebenso wichtig ist die Übertragbarkeit: MediaMosaik ist als anpassbares Baukasten-System konzipiert – damit andere Einrichtungen es nicht aufwändig nachbauen, sondern direkt übernehmen können.
MediaMosaik können andere Einrichtungen übernehmen – und wir unterstützen Sie gerne dabei.
MediaMosaik ist bewusst zum Weitergeben gebaut. Schulen, Bibliotheken, Volkshochschulen, Familienzentren und Jugendeinrichtungen können das Format übernehmen und ohne Programmierkenntnisse auf ihre eigene Zielgruppe zuschneiden. Die didaktische Methodik bleibt bestehen, die Inhalte passen Sie an Ihre Lebenswelt an.
- No-Code: alle vier Stationen ohne technisches Vorwissen anpassbar
- Datensparsam: ohne Nutzerkonten, ohne Tracking, lokal oder auf Ihren Servern
- Evidenzbasiert: didaktisches Framework nach Dieter Baacke
- Persönliche Begleitung durch das Team der Volkshochschule Reutlingen
Ophelia Stratmann
Entwickelt wurde MediaMosaik von Ophelia Stratmann, Medienpädagogin an der Volkshochschule Reutlingen. Sie verantwortet das Konzept, die didaktische Ausgestaltung der vier Stationen und die Erprobung mit Familien – und begleitet Einrichtungen, die das Kit für ihre eigene Arbeit übernehmen möchten.
Wie es weitergeht
Die Shortlist wird am Montag, dem 8. Juni 2026, über die Kanäle der Initiative „Digital für alle“ öffentlich vorgestellt. Die Gewinnerprojekte gibt die DFA am 24. Juni 2026 im Rahmen der Pressekonferenz zum Digitaltag bekannt; eine Ehrung folgt am 27. Juni 2026 im Digitaltag-Livestream. Der siebte bundesweite Digitaltag findet am 26. Juni 2026 statt.
Unabhängig vom Ausgang ist die Nominierung ein starkes Signal: Sie macht sichtbar, dass medienpädagogische Innovation aus Reutlingen bundesweit Beachtung findet – und dass digitale Bildung an der Volkshochschule nicht als Sonderthema, sondern als Teil ihres öffentlichen Bildungsauftrags verstanden wird.
Alle Stationen, das Konzept und das Kit für Einrichtungen im Detail: www.vhsrt.de/mediamosaik








