Vortrag · Politik · Sport
Das Spiel der starken Männer
Wie die Fußball-WM den Nationalismus stärkt
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 findet in den USA, Mexiko und Kanada statt. Zeitgleich feiern die USA am 4. Juli 2026 den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Der Sport wird damit erneut zur großen Bühne politischer Symbolik.
Ronny Blaschke zeigt in seinem Vortrag, wie Staatschefs, Parteien und autoritäre Akteure den Fußball nutzen, um Macht, nationale Größe und politische Erzählungen zu inszenieren. Der Abend fragt: Warum eignet sich gerade der Fußball so gut für Nationalismus? Und was lässt sich dieser Entwicklung entgegensetzen?
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und dem Deutsch-Amerikanischen Institut Tübingen statt.
Damit verbindet der Abend politische Bildung, internationale Perspektive und eine kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Macht des Sports.
Fußball als Bühne politischer Macht
Fußball ist mehr als ein Spiel. Große Turniere erzeugen Bilder, Emotionen und Gemeinschaftsgefühle, die weit über das Stadion hinauswirken. Genau deshalb interessieren sich politische Akteure für diesen Sport: Er schafft Aufmerksamkeit, mobilisiert Zugehörigkeit und bietet eine Bühne, auf der sich Nation, Stärke und Führungsanspruch inszenieren lassen.
Im Umfeld der Fußball-WM 2026 verdichten sich diese Fragen besonders deutlich. Donald Trump nutzt den Sport seit längerem für seine America-First-Politik: im Kampfsport, im American Football, im Golf und nun auch im Verhältnis zur FIFA. Die Verbindung von Großereignis, Nationalfeiertag und politischer Selbstinszenierung macht sichtbar, wie eng Sport und Machtpolitik miteinander verschränkt sein können.
Wer Fußball nur als Spiel betrachtet, übersieht seine politische Kraft.
Eine globale Entwicklung
Der Vortrag bleibt nicht bei den USA stehen. Ronny Blaschke zeigt, dass der politische Zugriff auf den Fußball international längst verbreitet ist. In Serbien stützen sich politische Akteure auf Hooliganmilieus. In der Türkei werden Stadien auch als sichtbare Zeichen politischer Loyalität errichtet. Saudi-Arabien wiederum nutzt den Weg zur WM 2034 als Teil einer umfassenden nationalen Transformation und globalen Imagepolitik.
So entsteht ein größeres Bild: Fußball kann Zugehörigkeit stiften, Begeisterung auslösen und Brücken bauen. Er kann aber auch nationalistische Erzählungen verstärken, autoritäre Politik normalisieren und gesellschaftliche Konflikte überdecken.
- Welche politischen Interessen stehen hinter großen Sportereignissen?
- Wie werden Emotionen, Fans und nationale Symbole strategisch eingesetzt?
- Warum greifen autoritäre Akteure so häufig auf Fußball zurück?
- Welche demokratischen, zivilgesellschaftlichen und journalistischen Gegenkräfte gibt es?
Ronny Blaschke
Ronny Blaschke ist Buchautor und Journalist. Er ist auf politische Themen im Sport spezialisiert und arbeitet unter anderem für den Deutschlandfunk, die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Rundschau. Seine Arbeit macht sichtbar, wie eng Sport, Gesellschaft, Medien, Macht und Demokratiefragen miteinander verbunden sind.
Warum dieser Abend lohnt
Der Vortrag hilft, die Fußball-WM 2026 nicht nur als Sportereignis zu betrachten, sondern als politisches und gesellschaftliches Ereignis. Wer die Mechanismen hinter großen Turnieren versteht, erkennt besser, wie Bilder von Stärke, Nation und Zusammenhalt hergestellt werden.
Gerade für eine demokratische Öffentlichkeit ist dieser Blick wichtig. Denn Fußball gehört vielen: Fans, Vereinen, Kindern, Ehrenamtlichen, Journalist*innen, Spieler*innen und Zuschauer*innen weltweit. Die Frage ist deshalb nicht, ob Fußball politisch ist. Die Frage ist, welche Politik sich in ihm durchsetzt.
Wann und wo?
Das Spiel der starken Männer
Wie die Fußball-WM den Nationalismus stärkt
Do., 18.06.2026, 19:00–21:00 Uhr
Haus der Volkshochschule, Saal
Spendhausstraße 6, Reutlingen
Gebühr: 5,00 €
Eine Anmeldung für die Teilnahme online ist notwendig. Der Abend richtet sich an alle, die Fußball, Politik, internationale Entwicklungen und die Rolle von Sport in demokratischen Gesellschaften besser verstehen möchten.








