Meine Frau und ich sind schon mehrfach über die Alpen gewandert. Das gesamte Gepäck auf dem Rücken und häufig auch ohne Vorbuchung der Unterkunft, denn egal, wo man in den Alpen unterwegs ist, irgendwo findet man immer eine Übernachtungsmöglichkeit. Das Gefühl dabei: Freiheit. An einem Ort länger bleiben als geplant oder doch noch zwei Dörfer weiter marschieren. Keine Zwänge, die einen binden. Unabhängigkeit. Entscheiden können, zu gehen oder nicht. Möglichkeiten haben. Das ist Freiheit und das ist leider für die meisten Menschen die Ausnahme. Für die große Mehrheit ist der Kampf um die nackte Existenz bestimmend.
Anatole France, Literaturnobelpreis 1921, mahnte: „Die majestätische Gleichheit vor dem Gesetz verbietet es Reichen wie Armen, unter den Brücken zu schlafen, Brot zu stehlen und auf den Straßen zu betteln.“ Der schärfste Feind der Freiheit ist die Armut. Darüber hinaus: Weltweit toben aktuell 23 Kriege. Menschen werden durch Hunger und Perspektivlosigkeit zur Flucht gezwungen und die Erderwärmung hat in Mikronesien die ersten Inseln bereits unbewohnbar gemacht.
Freiheit setzt aber auch Bildung und Gesundheit voraus. Wer nicht kommunizieren kann, kann sich nicht entwickeln, wer gesundheitlich eingeschränkt ist, dem bleiben viele Möglichkeiten versperrt.
Vor 75 Jahren, im Mai 1949, verabschiedete der parlamentarische Rat unser Grundgesetz. Es soll Freiheit sichern. Durch Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und soziale Absicherung. Durch Bildung, unabhängige, freie Medien und durch Meinungsfreiheit. Wie steht es um die reale Verfassungswirklichkeit?
Und wir erinnern daran: Freiheit braucht Sprachkompetenz, Gesundheit, berufliche Perspektive und Allgemeinbildung. Und es wird auch unterhaltsam: Mit dem Schauspieler Walter Sittler werden wir über Europa, das Grundgesetz über Fröhlichkeit in sehr ernsten Zeiten diskutieren (Kursnummer 243A211004).
Diskutieren Sie mit!
Dr. Ulrich Bausch, Geschäftsführer
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